Rund um die Ausbildung

Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung

Ich bin Maximilian, 23 Jahre alt und werde im Juni 2020 meine Abschlussprüfung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung abschließen. Im folgenden Artikel erzähle ich Dir über meine Ausbildung zum Fachinformatiker mit der Spezialisierung für Anwendungs­entwicklung bei der HEGLA GmbH & Co. KG.

Ausbildung Fachinformatiker HEGLA

Meine Ausbildung bei HEGLA

In der 3-jährigen Ausbildung bei der Firma HEGLA habe ich viele verschiedene Aufgabenbereiche kennengelernt. Der Tagesablauf eines Fachinformatikers ist dabei abwechslungsreich und so gut, wie nie der gleiche.

Meistens beginnt der Tag damit, dass ich ins Büro komme und dort als erstes meine E-Mails überprüfe. Wenn das abgeschlossen ist, kann in der Planung geschaut werden, was für mich den Tag über geplant wurde. Dies können mehrere Aufgaben sein, von der Entwicklung eines kleinen Projektes, über die Vorbereitung einer Installation für einen Kunden, bis hin zur Analyse von kleineren Problemfällen.

Mit der Hilfe der ausgelernten Entwickler werden die Vorgehensweisen besprochen. Hilfreich dabei sind auch die wöchentlichen Meetings mit dem Teamleiter, bei dem der Stand laufender Projekte sowie die Planung für die aktuelle Woche gesprochen wird.

Während der Entwicklung werden die Auszubildenden unterstützt und bekommen im Anschluss daran in Form eines Code-Reviews Feedback. Dies hilft dabei, sich in seiner eigenen Programmierung weiterzuentwickeln und besser zu werden.

Manchmal ist direkter Kundenkontakt notwendig, um über Projekte und deren Planung zu sprechen. Deswegen wird neben der Teamfähigkeit, auch Kommunikationsfähigkeit für die Ausbildung als Fachinformatiker benötigt.

Es gibt bei HEGLA zwei verschiedene Bereiche in der Softwareentwicklung –  die Hochsprachen-Programmierung und die SPS-Programmierung. Dies gibt Auszubildenden die Chance beide Bereiche näher kennenzulernen und auszuprobieren und sich im Laufe der Zeit zu entscheiden, welche Tätigkeit einem mehr Spaß macht und worauf man sich letztlich spezialisieren möchte. Die Hochsprachen-Programmierung befasst sich insgesamt mehr mit den Benutzeroberflächen der Anwendungen, während die SPS-Programmierung meist direkt an der Maschine stattfindet und dort die ganzen Vorgänge und Abläufe explizit für eine Maschine individuell programmiert werden.

Pilotprojekt Lerntreff

Im Zuge meiner anstehenden Abschlussprüfung und der Zwischenprüfung der Auszubildenden aus dem zweiten Lehrjahr habe ich einen freiwilligen, wöchentlichen Lerntreff eingerichtet. Dabei helfen Auszubildende anderen Auszubildenden, um so bei Fragen oder Problemen zu unterstützen, die in der Berufsschule und während der Vorbereitung auf die Zwischenprüfung aufgetreten sind. Der Treff findet einmal in der Woche während der Arbeitszeit statt. Die Auszubildenden schicken mir ihre Fragen und ich bereite dazu etwas vor. Für mich ist dies eine Wiederholung der Themen und die Auszubildenden aus dem zweiten Lehrjahr lernen dadurch das, was ihnen unklar war. Die Teilnahme am Lerntreff ist freiwillig, wird aber gut angenommen. Das Lernen in einer kleinen Gruppe vertieft den Lernstoff und klärt offene Fragen schneller und für viele verständlicher.

Arbeit in der JAV

Seit zwei Jahren bin ich zusammen mit zwei weiteren Auszubildenden Teil der Jugendauszubildendenvertretung (JAV). Diese wird von allen Auszubildenden im Betrieb gewählt. In der JAV unterstützen wir alle Auszubildenden der HEGLA, bei Anliegen und Problemen während ihrer Ausbildung. Da uns alle Auszubildenden wichtig sind möchten wir sie, so gut wie es geht unterstützen und betreuen. Dafür können die Auszubildenden jederzeit zu uns kommen und mit uns sprechen oder uns eine E-Mail schreiben. Zudem müssen JAV-Personen auch ständig auf dem neuesten Stand bleiben und nehmen so auch an verschiedenen Seminaren teil, die außerhalb des Betriebs organisiert werden. So war ich z.B. bei einem Seminar für das neue Berufsbildungsgesetz, welches dieses Jahr in Kraft getreten ist. Die Informationen, die ich daraus mitnehmen konnte wurden dann in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat im Betrieb umgesetzt.

Jedes Jahr im September wird von uns zudem ein Kennenlernen-Treffen für alle Auszubildenden organisiert, bei dem schon verschiedene Unternehmungen durchgeführt wurden, z.B. Tretboot fahren auf dem Godelheimer See, eine Kanutour oder auch Bowling. Hierbei möchten wir, dass sich die einzelnen Auszubildenden aus den Bereichen näher kennenlernen und sich auch ein bisschen austauschen. Diese und weitere Aktionen stärken das Wir-Gefühl und helfen dabei, dass sich die Auszubildenden untereinander noch besser kennenlernen.

Lernphase und Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung besteht bei den Fachinformatikern aus einer schriftlichen Prüfung, die aus drei Teilen besteht (Anwendungsentwicklung, Informationstechnische Systeme und Wirtschaft) und einem praktischen Abschlussprojekt, welches im Betrieb durchgeführt wird. Für den schriftlichen Teil der Prüfung habe ich zusammen mit meinen Kollegen eine Zusammenfassung geschrieben, in der wir alle Punkte, die uns wichtig erschienen zusammengefasst haben. Bei auftretenden Fragen konnten wir während der Arbeitszeit jederzeit unseren Ausbilder oder unsere Kollegen fragen. Zudem wurde uns vom Betrieb Lernmaterial zur Verfügung gestellt, mit dem wir lernen konnten.

Das Thema meines Abschlussprojektes war die Erweiterung der Bohr- und Fräsmaschine, die in der mechanischen Fertigung zum Einsatz kommt. Dort sollten nun noch weitere metallische Verbindungsteile gefertigt werden und zwar mit verschiedenen Werkzeugen. Gemeinsam mit meinem Kollegen und dem Leiter der mechanischen Fertigung wurde die Vorgehensweise besprochen und danach mit der Programmierung gestartet.

Mein Kollege Leon hat die SPS und einen Oberflächenteil vorbereitet, während ich mich um die Implementierung der neuen Benutzeroberflächen für die Auftragsverwaltung und die Werkzeugverwaltung gekümmert habe. Bei der Vorgehensweise hatten wir flexible Vorgaben, sodass wir viel so umsetzen konnten, wie wir es für am sinnvollsten hielten. Dank unserer guten Kommunikation miteinander konnten wir das Projekt nach und nach umsetzen und durchführen.

Zwischenzeitliche Tests konnten wir direkt an der Maschine durchführen, was ein schöner, abwechslungsreicher Nebeneffekt des Projekts war. Am Ende musste noch eine Dokumentation des Projekts für die IHK geschrieben werden, was aber kein Problem darstellte, da wir durch unsere eigene Vorgehensweise schnell wussten, was wir schreiben wollten.

Rückblickend kann ich sagen, dass mir die Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung bei HEGLA sehr gefallen hat, da jeder Tag abwechslungsreich und vielfältig gestaltet war. Stetige neue und interessante Aufgaben, sowie die Zusammenarbeit mit den Kollegen haben mir gut gefallen und Spaß gemacht.

Mein praktisches Abschlussprojekt: Erweiterung der Bohr- und Fräsmaschine für die mechanische Fertigung. Hier ist die neue Benutzeroberfläche für die Auftrags- und Werkzeugverwaltung abgebildet, die ich implementiert habe.